Freitag, 9. Dezember 2011

Arequipa & Colca Canyon

Die letzten Tage meines Peru-Aufenthalt verbringe ich im schönen Arequipa und eindrücklichen Colca Canyon. Nach einem halbstündigen Flug von Puno aus, erreichen wir Arequipa auf rund 2400 m mit rund 800'000 Einwohner. Endlich mal wieder etwas tiefer... Am Nachmittag geht es gleich auf eine Stadtrundfahrt. Ich fühle mich (meist) gleich wie in Spanien, auch gibt es hier Einheimische die nicht nur dunkel sind. Die Stadt trägt den Übernamen "weisse Stadt", einerseits aufgrund der weissen Sillar-Gestein Gebäude, sondern auch wegen der helleren Hautfarbe der einstmals im Stadtzentrum lebenden spanischstämmigen Bewohner. Wir besuchen verschiedene Viertel von Arequipa. Beherrscht wird die Stadt durch die drei Vulkane rundherum, den rund 5'800 hohen kegelförmigen Misti, den rund 6'100 hohen Chachani und den kleinsten der dreien, der Pichu Pichu. Auch bebt hier die Erde regelmässig, das letzte grosse Erdbeben war im 2001. Deswegen sind auch viele Kirchen und Sehenswürdigkeiten beschädigt und wurden nur teils restauriert.

Die nächsten zwei Tage ging es zum Colca Canyon. Dieser ist tiefer als der Grand Canyon in Amerika. Es erwartete uns eine eindrückliche Landschaft mit vielen Alpakas und Lamas. Wir besuchten noch den "Cruz del Condor", wo wir das Glück hatten wirklich Anden-Kondore am Himmel kreisen zu sehen. Wow, sind die gross (bis drei Meter Spannweite)! Auf den Rückfahrt überquerten wir noch den Pass auf 4'910 m., das war auch gerade mein höchster Punkt in Peru.
Bald geht es via Amerika zurück in die Schweiz. Ich habe hier ein interessantes und anderslebendes Peru erlebt und doch bin ich bzw. mein Magen dankbar, wenn es wieder zurück geht in Länder, wo man alles essen kann ohne Beschwerden zu kriegen :D.

Plaza de Armas mit Kathedrale

Vulkan el Misti

He Alpakas, nicht weglaufen

Colca Canyon

(Ja ich weiss zu früh geknipst)

Bye bye Peru...

Dienstag, 6. Dezember 2011

La Paz

Nach einer schönen Panoramafahrt von Copacabana nach La Paz, erreichten wir diese Stadt gegen Abends.
La Paz ist die grösste Stadt von Bolivien sowie Metropole und Regierungssitz in den Anden. (Hauptstadt ist jedoch Sucre). Die Stadt liegt in einem Halbkrater auf 3.200 bis 4.100 Meter Höhe. Sie hätte sicherlich einiges zu bieten, wie z.b. "the death road", das Mondtal, Kolonialviertel etc. Leider habe ich einmal mehr etwas schlechtes gegessen, musste mich in der Nacht übergeben und lag somit den ganzen Tag mehr oder weniger im Bett :(

Es reichte gerade noch zum nahe gelegenen sehr bekannten "Hexenmarkt", obwohl es mir beim Anblick dieser Dinge auch wieder recht schlecht wurde, seht selber ;)

Fähre über den Titicacasee

Fähretransport von Mensch und Schaf :D

La Paz von oben, im Hintergrund mit den schneebedeckten Sechstausender

Hexenmarkt

...Yammi...

Montag, 5. Dezember 2011

Copacabana - Sonneninseln (Bolivien)

Nach einer schönen Fahrt von rund zwei Stunden entlang dem Titicacasee erreichten wir die bolivianische Grenze in Yunguyo.
Dort musste man zuerst im Polizeigebäude den Pass zeigen, danach beim Migrationsgebäude den Ausreisestempel holen, dann rund 5 Minuten über die Grenze laufen und in Bolivien den Einreisestempel holen :) Auf dieser Seite wartete auch unser neuer Guide, der bolivianische, ein privat-guide für uns zwei, wow :)

Danach gings weiter Richtung Copacabana, einem der bedeutendsten Wallfahrtsorte der Anden. Die wundertätige schwarze Madonna zieht das ganze Jahr über Pilger aus Peru, Chile und Bolivien an. Vermutlich stand an dieser Stelle schon während der Inkazeit ein grosser Tempel, an dem die Pilger Zwischenstation machten, die zum grossen Heiligtum auf der Sonneninsel wandern wollten.
Auch kommen in der ersten Augustwoche viele Bolivianer & Perianer hierher, um ihre Autos! in der Kathedrale segnen zu lassen (sie haben es auch bitter nötig!!) Das geht aber scheinbar auch die restlichen 364 Tage im Jahr und für alles mögliche (Glück, Gesunheit, Beruf etc.).
Mit dem Boot erreichten wir dann die bekannte "Isla del Sol" auf dem Titicacasee, wo wir eine Nacht verbrachten. Auf der Insel befinden sich etliche Ruinenkomplexe und Tempel aus der Inkazeit, denn sie soll der Legende nach der Ursprung des Inkaimperiums sein. Auch besuchten wir das Gegenüber, die kleinere Insel "Isla de Luna". Wir hatten, wie schon die letzten Tagen, meist sonniges Wetter (unüblich zu dieser Zeit, denn es sollte schon lange regnen) und so war das doch ein schöner Ausflug.



Isla del Sol

Kathedrale von Copacabana

Segnung der Autos

Samstag, 3. Dezember 2011

Puno - Inseln Uros & Taquile

Am frühen Morgen wurden wir bei unserem Apartment abgeholt (wow! das hat noch niemand gefunden) und mit unserem Gepäck zur Busstation gebracht. In einem komfortablen Touristenbus fuhren wir von Cusco nach Puno. Die Fahrt dauerte rund 9 Stunden und war auf einer Höhe von rund 3500 bis 4800 m ü.M. Auf der Strecke halteten wir an verschiedenen Orten. Einmal auch, weil ein Kabel gerissen hat und der Bus nur noch rund max. 20kmh fuhr ;) Dank einem anwesenden Mechaniker unter den Touristen ging es nach rund 30 Minuten wieder weiter.
Gegen Abend erreichten wir Puno (3825m), die Folklorestadt am Titicacasee. Der Titicacasee ist etwa 15 Mal so gross wie der Bodensee, der zweitgrösste See Südamerikas und das höchstgelegene kommerziell schiffbare Gewässer weltweit.
Am nächsten Tag besuchten wir die Inseln Uros und Taquile auf dem Titicacasee. Die Urosinseln sind ganz spezielle Inseln, nämlich schwimmende Inseln! Die Nachfahren des Urvolks der Uros leben noch heute auf diesen künstlichen Inseln aus Schilfgras. Sie sprechen eine andere Sprache als die Ureinwohner in Cusco & Umgebung, nicht Quechua sondern Aimara.
Nach zwei weiteren Stunden Bootsfahrt erreichten wir die Insel Taquile. Diese Insel ist natürlich und ohne Schilf ;), rund 5.5 km lang. Spannend ist, dass hier die Männer stricken.


Raqchi Tempel / Ruinen

Nein, ich trau mich immer noch nicht näher ran, will ja schliesslich nicht bespuckt werden ;D

Panne im Niemandsland auf 4000 m.ü.M.

Schwimmende Schilfinseln der Uros

mit Solarpanel!

Men at work...

Donnerstag, 1. Dezember 2011

Unser Apartment

Es hat auch seine positiven Gründe, dass wir weiterreisen dürfen, denn unser Zuhause in den letzten Wochen werden wir nicht vermissen! ;)
In jeder peruanischen Wohnung wäre es wohl sauberer. Doch unsere lieben (jungen) Mitbewohner aus Deutschland, Österreich und der Schweiz haben nicht gelernt, wie man eine Wohnung sauber hält... Abwaschen? Putzen? Nööö... Und bei sechs und mehr Personen sammelt sich der Dreck halt nur so.
Obwohl wir gleich beim Einzug mal das Schlafzimmer, das Badezimmer und die Küche geputzt haben, sahen die gemeinsamen Räume nach zwei Tagen wieder so aus, als hätte eine Bombe eingeschlagen... ;-/
Dazu hatten wir nicht immer Wasser, teilweise fiel der Strom aus. Duschen konnten man entweder verbrennend heiss oder eiskalt (ab und zu ging es aber auch normal). Und eben lag dieses Apartment auch wirklich abseits von Cusco, in einem Vorort namens San Jeronimo. Wir lagen direkt in der Lande- und Startschleuse des Flughafens und nachts bellten oder jaulten rund 20 Hunde um die Wette (kein Witz). Nichts desto trotz haben wir diese Saubude "überlebt" und sind um Erfahrungen reicher ;))
Ich freue mich jetzt auf die Reise und schöne saubere Zimmer mit einer tollen Dusche :)
Hier noch ein paar Eindrücke:

Abwaschen kann man ja auch noch übermorgen...


Unsere "Abtrocktücher"

Unser "Wohnraum"

Flugzeug im Anflug (Bild ohne Ton *gg*)

Unser Apartment (ja hier sieht es nicht übel aus)

Die Strasse zum Wohnhaus

Die schlimmsten Bilder bleiben euch im Übrigen erspart ;)

Mittwoch, 30. November 2011

Cusco

Unsere Zeit in Cusco ist bald schon vorbei. Hier noch ein paar Eindrücke aus Cusco und Umgebung der letzten Wochen.


Quartiere in Cusco

Beim Panflötenunterricht, war lustig!


Leider hat es in Peru viele streunende Hunde, viele davon hinken dazu... :(
Vor ein paar Tagen sah ich zwei Hunde, die waren aneinander gefilzt, konnten sich nur gemeinsam bewegen

Bei ihr kauften wir jeweils "tamales" für 1 Soles. Das ist sowas ähnliches wie harter Maisbrei. Schmeckt gut :)


Nationalgetränk Nr. 1 der Peruaner: Inka Cola (ziemlich süss)

Vor allem in den Dörfern auf dem Land wird dies als Taxi genutzt

Montag, 28. November 2011

Sacred Valley - Das heilige Tal

Am Sonntag gingen wir auf ins Sacred Valley (Das heilige Tal der Inkas). Dieses Tal wird so genannt, weil es aussergewöhnlich fruchtbar ist und so die Lebensqualität für die Inkas sehr gut war. Das Tal beginnt ca. 15 km nördlich von Cusco. 
Mit dem Bus fuhren wir zuerst nach Pisac. Dabei überquerten wir einen Pass von rund 4000m. Der Sonntagsmarkt von Pisac ist sehr belebt, sei es von Einheimischen oder Touristen. Diesmal habe ich aber (fast) nichts gekauft ;) 
Nachdem Markt ging es weiter rauf zur alten Inka-Festung und den Terrassen. Von hier aus überblickten wir das Urubamba-Tal. 
Danach ging es weiter Richtung Urubamba, wo mir zu Mittag assen. Es gab ein Sandwich mit Chicken, wobei im Burger ein halbes Poulet lag, en Guete ;) Ansonsten gibt es dort nicht viel anzusehen. Typisches Dorf halt...
Nach dem Mittagessen fuhren wir rund 90 min weiter nach Ollantaytambo, wo sich weitere Inkaruinen befanden. Das Treppensteigen und Hochlaufen ist immer noch sehr anstrengend, doch haben wir mittlerweile grosse Übung darin :)
Diese Ruinen dienten damals u.a. als Festung gegen die Spanier. Diese schafften es nicht, auf die Festung hinaufzuklettern und wurden durch die Inkas zum Rückzug gezwungen. 
Unser letzter Stopp war in Chinchero, ein typisches Andendorf. Zuerst besuchten wir dort eine traditionelle Textilverarbeitung. Es wurde uns gezeigt, wie aus normaler Lama-oder Alpacawolle bunte Wolle zur Verarbeitung der Textilien hergestellt wurden (mit natürlichen Farben!). 
Und auch hier befanden sich nochmals alte Inkaterrassen und -ruinen. 
Zum Schluss gönnten wir uns noch einen gekochten Mais, den es hier und auch in Cusco an jeder Ecke zu kaufen gibt.


 Markt bei Pisac

 Ruinen bei Pisac


 Findet das Gesicht (oder mehrere??)

 Einheimische beim Vorführen der Textilverarbeitung

Samstag, 26. November 2011

Sacsayhuamán

Diese gewaltige Ruine von religiöser und auch militärischer Bedeutung liegt "gleich" oberhalb von Cusco. Der lange Quechua-Name bedeutet zufriedener Falke. Den Namen kann man sich gut merken, hört er sich ein wenig wie "sexy woman" an. Als wir endlich oben bei den Ruinen ankamen, begann es sehr stark zu winden (als wir in unserem Apartment ankamen, hatte genau jener Wind mehrere Scheiben zerklirren lassen). 
Das Gelände ist relativ weitläufig. So blieben wir trotz Wind einige Zeit da oben. Die Spanier haben vor allem die grossen Steine stehen lassen. 
Heute wird in der Mitte auf dem flachen Paradeplatz einmal im Jahr ein grosses Volksfest gefeiert, Inti Raymi.

Herrliche Aussicht auf Cusco



Donnerstag, 24. November 2011

Manu

Am letzten Wochenende gingen wir auf eine 4 Tagestour in den Regenwald im Manu Gebiet. Um fünf Uhr morgens ging es wieder los hinauf in die Hochgebiergsregion der Anden auf 4000m. Wir besuchten einen prä-Inka Friedhof, wo viele kleine "Hüttchen" als Friedhof für die Reicheren dienten. Danach ging es wieder hinab richtung Nebelwald mit seiner üppigen und sehr grünen Vegetation bis hin zum Tiefland-Regenwald am Rio Madre de Dios. Wir konnten bereits am ersten Tag ein kleines Äffchen entdeckten und von einer Vogelplatform aus sahen wir viele Gallitos de las Rocas. Danach ging es weiter zu unseren ersten Lodge in Pilcopata (600 m.ü.M.), die aus Holz und Moskitonetzen bestand. Natürlich kein warmes Wasser. Alles sehr rustikal :)

Am nächsten Tag standen wir gegen sechs Uhr auf (ich konnte eh nicht richtig schlafen und um fünf wird es sowieso hell) und fuhren mit dem Bus nach Atalaya. Dort mussten wir auf ein 14m Kanu umsteigen (motorisiert zum guten Glück *gg*), denn ab Atalaya konnten wir nur noch auf dem Fluss Rio Alto Madre de Dios fahren, keine Strassen mehr :)
Nach rund 40 Minuten abenteuerlicher Fahrt erreichten wir unsere nächste Lodge, die irgendwo im Regenwald lag. Kein Strom, kein Handyempfang, Holzhütte mit Moskitonetzen. Ja, wir sind im Dschungel angekommen :) Das Wetter änderte sich am Nachmittag schlagartig, es kam sehr viel Regen, auch in der Nacht, und so wurde das eine oder andere abgesagt... Trotzdem unternahmen wir gegen Abend in Gummistiefel die eine kleine Wanderung, wo wir viele Insekten, Frösche und Pilze zu sehen bekamen, die bunten Sachen blieben leider aus :(
In der Dämmerung warteten wir auf Kaimane am Fluss, doch ich entdeckte keine Alligatoren.

Am dritten Tag hatten wir etwas mehr Glück. Nach dem Morgenessen ging es auf eine vierstündige Wanderung. Und am Schluss sahen wir doch wieder eine kleine Äffchen-Gruppe :) Am Nachmittag besuchten wir den Machuwasi See, ein Gebiet indem viele Vögel leben. Super!! Die ruhige Flossfahrt auf jenem See und die Vogelbeobachtung war echt Spitze.

Am letzten Tag gingen wir um fünf Uhr nochmals an eine Vogelbeobachtungsstation (Papageien), welche an den Fluss und Fels kommen um die mineralhaltige Erde zu essen, welche sie für die Verdauung benötigen. Leider waren diese Papageien auch mit dem Feldstecher nur als Punkte zu erkenne, schade :(( Danach ging es zurück Richtung Cusco. Die Fahrt wurde mehrmals unterbrochen, sei es durch Erdrutsche oder gesperrte Strasse. Unser Fahrer war richtig ein Peruaner, das heisst ich war froh am Ziel ganz angekommen zu sein :)

FAZIT: viele neue Pilze, zwei Affensorten, viele neue Vögel (leider nur wenige Bunte), viele neue grüne!! Pflanzen (wo bleiben auch hier die Farben??), ein paar Schmetterlinge, eine kaputte Hose, zwei Mückenstiche, viel verschwitze und dreckige Sachen


Prä-Inka Friedhof



Gallitos de las Rocas


Mit dieser lustigen Pflanze kann man sich sehr gut selber einen Papageienschnabel machen

Rio Alto Madre de Dios


Unser tolles Fortbewegungsmittel, die Flussfahrten waren immer lustig




Wollaffe, yuppi und ich habe ihn entdeckt ;)


Man sieht diese Papageien einfach kaum ;)

Erdrutsch: nach hartnäckigen Verhandlungen konnte unser Guide den Preis zum Passieren von 45 auf 20 Soles runterdrücken, dafür hatten wir jedoch einen Passagier mehr mitzunehmen :D